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Wie wichtig ist eine konkrete Törnplanung?
Die Planung des Törns vor Beginn der Fahrt zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Skippers, aber nicht nur die eigentliche Fahrt (Seekarten, Häfen, Gebietsinformationen, An- und Einweisungen der Crew usw.) sind wichtig.

Zur sicheren Seereise gehört auch eine Planung für die Crew:

1. Wer soll mit an Bord
2. Kann er/sie überhaupt mit an Bord
3. Werden neben der Bordapotheke weitere persönliche Medikamente benötigt


1.) Wer soll mit an Bord

Bei der Planung wer mit an Bord soll, ist es wichtig zu wissen ob diese Person schon mal an Bord eines Schiffes war und wie die Fahrt vertragen wurde (Seekrankheit etc.), kann die betreffende Person Aufgaben an Bord übernehmen? Wenn ja, welche? Fehlen noch wichtige An- und Einweisungen für den Aufenthalt an Bord? Passt die Person zu den anderen Crewmitgliedern?


2.) Kann er/sie überhaupt mit an Bord?

Es gibt Erkrankungen, die von vornherein eine Teilnahme an einem Törn mit einem Sportboot verbieten, hierzu gehören u.A. Anfallsleiden, Herzerkrankungen, Gleichgewichtsstörungen usw.
Liegen Bedenken in der persönlichen Tauglichkeit vor? Wenn ja, lassen Sie diese Bedenken durch fachärztliche Untersuchungen überprüfen.

Hat das geplante Crewmitglied erhebliche Vorerkrankungen, wird oft davon ausgegangen das eine zurzeit bestehende Beschwerdefreiheit die nächsten Wochen so bleibt. Dieses Denken kann ungeahnte und massive Folgen haben!


3.) Haben Sie die Bordapotheke richtig geplant?

Sind die Medikamente für das Fahrtgebiet angepasst? Brauchen Crewmitglieder persönliche Medikamente?

Die Bordapotheke sollte mit einem erfahrenen Arzt besprochen werden, für bestimmte Medikamente (z.B. Schmerzmittel) ist ein Rezept notwendig. Oftmals sind Medikamente im Ausland nicht erhältlich, oder sind dort sehr schlecht zu bekommen.


Hinweis:

Wann sollten Sie beim Törn um Unterstützung bitten?

In vielen Seegebieten besteht die Möglichkeit einer ärztlichen Beratung über Funk, leider wird allzuoft diese Möglichkeit erst zu spät angenommen.

Halten Sie für die funkärztliche Beratung wichtige Informationen bereit:

- Erkrankungen des Patienten WAS-WIE-WANN-WO-ZUSTAND (Vorerkrankungen etc.)
- eingenommene Medikamente (benötigte Medikamente)
- eingenommene Mahlzeiten (letzte Mahlzeit / Zeitpunkt)
- sind ausgebildete (Erst-) Helfer an Bord
- welche Medikamente befinden sich in der Bordapotheke

Wann sollte um Hilfe gebeten werden?

Der Zeitpunkt unterscheidet sich nicht sehr von dem an Land. Wann würden Sie in dem betreffenden Fall an Land eine Notfallsituation vermuten? Würden Sie sofort zum Arzt gehen oder erst die Arbeit beenden?

Oft wird vom Skipper das Gefühl der Freiheit auf See falsch eingeschätzt und fachlicher Rat zu spät angefordert. Dies betrifft nicht nur die Beratung und Hilfe bei Unfällen oder Erkrankungen, sondern auch die Hilfe nach schweren Navigationsfehlern oder dem eintreten von besonderen Umständen.

Lieber zu früh als zu spät um Hilfe nachfragen!
Beachten Sie bitte das eine Hilfeleistung, anders als an Land, einige Zeit in Anspruch nehmen kann.




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